Die FDP Seeheim-Jugenheim geht mit Ralph Konrad als Spitzenkandidat in die Kommunalwahl 2011.

Dies haben die Mitglieder des Ortsverbands einstimmig beschlossen. Zuvor hatte der bisherige Fraktionsvorsitzende Knut Rothstein (65) seine intern seit längerem bekannte Absicht bekräftigt, nach zehn Jahren Parlamentsarbeit, davon sechs an der Spitze der Fraktion, ins zweite Glied zurücktreten zu wollen. Wunschgemäß kandidiert er auf dem letzten Platz der 16 Kandidaten umfassenden Kommunalwahlliste der FDP. Rothstein machte dafür ausschließlich persönliche Gründe geltend. Er will sich vermehrt um seine Familie kümmern; seine Kinder leben in Österreich und der Schweiz.

 
Ralph KonradMit dem 46 Jahre alte Rechtsanwalt Ralph Konrad sowie mit dem auf Platz zwei gewählten 25 Jahre alten Noah Wild wird die personelle Kontinuität der Liberalen in der Gemeindepolitik sichergestellt. Beide sind bereits seit der letzten Wahl Mitglieder der Gemeindevertretung. Auf Platz drei setzten die FDP-Mitglieder Birgit Jaeschke-Süßenguth, die die FDP seit Jahren im Gemeindevorstand vertritt. Auf den aussichtsreichen Plätzen vier und fünf kandidieren der Rechtsanwalt Henner Welker (66) und der stellvertretende FDP-Ortsverbandsvorsitzende Dirk DeSiere (57).
 
Nicht nur personell, auch programmatisch setzten die Liberalen auf Kontinuität. In dem ebenfalls am Mittwoch beschlossenen Kommunalwahlprogramm „Mit den Bürgern die Zukunft gestalten“ macht die FDP sich für eine konsequente Haushaltskonsolidierung sowie Kostentransparenz bei Gebühren, Eintrittsgeldern und Bescheiden stark.
 
Nach Einschätzung der FDP liegen vor Seeheim-Jugenheim herausfordernde Aufgaben. Die Gemeinde müsse sich auf die demografische Entwicklung, auf eine älter werdende Bevölkerung und sinkende Einwohnerzahlen einstellen, und dies bei tendenziell abnehmenden Einnahmen. Diese Herausforderungen seien nur zu meistern, wenn jeder Bürger nach eigener Kraft seinen Teil dazu beiträgt. Die Kommune allein wäre überfordert. Die FDP vertritt die Auffassung, dass sich Kommunalpolitik künftig insbesondere darauf konzentrieren soll, bürgerschaftliches Engagement anzuregen, ihm Starthilfe zu geben und es zu fördern.
 
Außerdem fordert die Partei eine Straffung der kommunalen Gremien. Angesichts geringer Wahlbeteiligung und unzureichender Mitwirkungsrechts setzt sich die FDP für die Abschaffung aller Beiräte ein, die die Gemeinde freiwillig, ohne gesetzlichen Zwang, eingeführt hat, heißt es im Programm der Partei.